Anmeldung:

Nutzer: Kennwort:
Weitere Themen:
Schlagworte:

Lernen durch Engagement –
Service Learning an der Sekundarschule „Carl von Clausewitz“ - Europaschule Burg

Mit Beginn des Schuljahres 2012/2013 führte die Sekundarschule„Carl von Clausewitz“ – Europaschule in Burg erstmalig den zweijährigen Wahlpflichtkurs „Soziales Lernen“ für die Klassenstufen 9 und 10 ein und konnte sofort 13 Schülerinnen aus der Klassenstufe 9 für den Kurs begeistern.

Der Wahlpflichtkurs arbeitet mit der Lehr- und Lernform Lernen durch Engagement und verbindet die theoretische Vermittlung von Fachwissen mit einem Engagement bei einem sozialen Partner aus dem Gemeinwesen.

Zur Vorbereitung des Kurses nahmen 3 Lehrer_innen der Schule das Beratungs- und Qualifizierungsangebot der Netzwerkstelle „Lernen durch Engagement“ Sachsen-Anhalt in Anspruch. So mussten sie keinen eigenen Lehrplan entwickeln, sondern konnten auf ein von der Netzwerkstelle vorbereitetes Konzept „Lernen durch Engagement im sozialen Bereich“ für den Wahlpflichtkurs zurückgreifen, dieses Konzept mit ihren eigenen Ideen hinsichtlich der Wahl- und Pflichtthemen vervollständigen und anschließend beim Landesschulamt einreichen.

 

Die Genehmigung für das schuleigene Angebot kam recht schnell und der Start erfolgte wie geplant. Bis zu den Herbstferien 2012 bekamen die teilnehmenden Schülerinnen zunächst ein Kommunikationstraining, das von einer externen Referentin durchgeführt wurde. Für die Finanzierung des Trainings gewann die Sekundarschule „Carl-von-Clausewitz“ die Unterstützung der AWO Gemeinschaftsstiftung, mit deren Zuwendung zusätzlich auch identifikationsstiftende T-Shirts für die Wahlpflichtkurs-Teilnehmerinnen bezahlt werden können. Zeitgleich überlegten sich die Schülerinnen in dieser Anfangsphase, bei welchem außerschulischen Partner sie sich engagieren wollen und welche Projekte sie dort umsetzen könnten. Dann gingen die Schülerinnen selbst in die Einrichtungen und stellten sich und ihre Projektidee vor. Teilweise kannten sich die Schülerinnen und die sozialen Einrichtungen schon aus den Praktikumsphasen, die jede_r Schüler_in der Sekundarschule absolviert.

Es entstanden sehr individuelle Projekte, die die Kursteilnehmerinnen im Laufe des Schuljahres umzusetzen planten:

  • Kochen, Backen, Basteln und Bewegung mit Menschen mit einem Handicap in der Lebenshilfe
  • Sprechübungen und Lernhilfe im Betreuten Wohnen der Lebenshilfe
  • Spiele für Kindergartenkinder
  • Jahreszeitliches Basteln mit Hortkindern
  • Kochen, Backen, Basteln und Hilfe für Schule und Alltag für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund
  • Backen, gemeinsam Singen und jahreszeitliche Gestaltung für Senioren
  • Gymnastik, Muskelaufbau und Erfahrungsaustausch mit Senioren
  • Lernspiele für alle Sinne mit Kindergartenkindern
  • Einführende Arbeiten am PC für Kindergartenkinder

Im Vorfeld der Engagementeinsätze lud die Schule alle außerschulischen Partnerorganisationen in die Schule zu einer Informationsveranstaltung ein. Sowohl diese Veranstaltung als auch ein Informationsabend für die Eltern der Kursteilnehmerinnen wurden sehr interessiert aufgenommen und waren sehr gut besucht. Zwischen den Herbstferien und der Weihnachtspause gingen die Mädchen dann an einem Nachmittag das erste Mal in die Einrichtungen und wurden von dem Personal dort zunächst mit der Umgebung vertraut gemacht.

Anschließend starteten sie ihre Engagementprojekte. Nach Weihnachten engagierten sie sich weiter bei ihrem Partner. Im Februar 2013 fand erstmalig eine projektbegleitende Reflexionseinheit in der Schule statt, in der die Schülerinnen anhand von Leitfragen über ihre Erfahrungen berichten sollten. In den Wochen darauf wurde der Unterricht wieder praktisch und die Mädchen setzten ihre Projekte - nur unterbrochen von einer Pause für Ferien, Sprachreise und ein Praktikum - weiter um. Als nächstes erwartet die Schülerinnen die nächste Reflexionseinheit, damit auch die Lehrer_innen, die den Wahlpflichtkurs begleiten, immer auf dem Laufenden bleiben, ob die Projekte bei den Zielgruppen ankommen und was die Schülerinnen gelernt haben.

Das Engagement und die Projektentwicklung und –durchführung der Schülerinnen wird bewertet: Zum einen führen sie ein individuelles Lerntagebuch, in dem sie ihre Erlebnisse und Erfahrungen während ihrer außerschulischen Einsätze festhalten.

Außerdem bewerten die Lehrer_innen auch noch, wie die Mädchen die Reflexionsmethode anwenden konnten und welches Feedback aus den außerschulischen Einrichtungen zum Engagement der Schülerinnen kommt.

 

„Gemeinsam statt einsam“- Generationentreffen

 

Wir wollen in Zukunft noch stärker ehrenamtlich arbeiten und den SuS die Möglichkeit geben sich mit der Generation 60+ auszutauschen.

In unserem neuen Kurs suchen sich die Teilnehmer Senioren aus ihrer oder der schulischen Umgebung und bauen eine Partnerschaft auf. Diese kann gekennzeichnet sein von Haushalts- oder Gartenhilfe, Unterstützung beim Lesen oder Erledigung von Wegen, aber auch Arbeiten am PC.

Die Schüler können aus dieser Partnerschaft Erfahrungen und Inspirationen für ihre eigene schulische Laufbahn und das zukünftige Leben mit nehmen.

Am Ende soll ein Austausch der verschiedenen Generationen stattfinden.